Angefangen hat es bei Gesprächen:
Hast du schon die Elbe gepaddelt ? Nee, ich nicht; ich schon ! Ein Fluss, der
noch fließt – es gibt ja nur noch wenige !
Also gut, nach der verregneten Weser 2017 beschlossen die Gebrüder Urbatzka
und ich zur Elbe zu fahren und auf dem Fluss nach Norden zu paddeln.
Nach langen Planungen durch Günther ging`s los:
Di., 10.07.18, 09.00 h, mit zwei Pkw, über Nürnberg – Chemnitz i.R. Dresden.
Unterwegs bei einer Rast in Thüringen 14 Grad, leichter Regen – fängt ja gut an
– dachten wir.
Nachmittags, nach einer buckligen Suche zum Dorf Wehlen an der tschechischen
Grenze: eine Erkenntnis: Hier an dem DKV-Zeltplatz war die Welt zu Ende, es
ging keine Straße weiter zur Grenze, nur ein Fußweg. Der Zeltplatz war schön
gelegen, der Empfang freundlich, also: macht`s Beste daraus !
Zum Essen ging es in ein überdachtes Kiosk am Ufer mit einfachen, guten
Essen (und 2 Flaschen Rotwein). Ich, in kurzen Hosen fror erbärmlich, ließ mir
jedoch nichts anmerken.
Mi., 11.07.18, nach dem Frühstück mit den mitgebrachten Sachen, mehr sollte –
eigentlich – nicht mitgebracht werden- ging es zum Aufstieg zur Bastei. Führer
war der 80 jährige Bernd Hartwig, der z.Z. Hauswart des Platzes war. Er führte
uns durch eine interessante Schlucht auf den Berg und erwies sich als Kenner
der Gegend – auch mit historischen Details und für sein Alter bemerkenswert
fit !
Danke Bernd !
Abends gab es Travellunch - Nudeln mit Nudeln.
Do., 12.07.18, kräftiger Dauerregen, nachts 8 Grad. Ein langes Frühstück – was
tun ? Wir beschlossen einen Ausflug zu machen: einen Besuch im Kaufland !
Dort wurde eingekauft und aufgetankt. Auf dem Platz wurde dann gekocht
unter aufmerksamen Blicken anderer Kanuten: Gulasch mit grünen Klößen !
Hat gut geschmeckt !
Fr., 13.07.18, gutes Wetter, 11.30 h aufs Wasser ! Gegenwind ! Mir noch in guter
Erinnerung von früheren Fahrten auf der Elbe. Aber wir hielten durch und
kamen beim Kanusportverein Dresden unter – zu viert in einem Tipi – in dem
es sich gut schlafen ließ. Ich hatte unterwegs im Sand noch eine Sonnenbrille,
Marke Heidi Klum,gefunden -Superform – die meine Augen schützte. Die eigene
Sonnenbrille hatte ich vergessen.
Günther und Uli fuhren zurück, um den Pkw zu holen, kamen sehr spät:
Batterie war leer. Ursache: Kühlbox war angeschaltet. Also
Überbrückungskabel gekauft usw.
Zum Abendessen in den „Schillergarten“ eine schöne Gaststätte vor dem
„Blauen Wunder“, ein guter Kilometer Fussweg dahin. Gutes Essen !
Sa., 14.07.18, wir hatten keinen richtigen Hunger, deshalb machte der Uli nur
Rührei mit Speck, im Sonnenschein mit Blick auf die Elbe. Dieser Tag war der
Dresdenbesichtigungstag. Mit der Strab in die Innenstadt. Wolfgang, bereits
öfter in Dresden gewesen, war kundiger Führer. Wir haben die ganze Innenstadt
– voller Menschen (Touris) - gesehen, dann zog es uns noch auf die andere Seite
der Elbe. Nun, dies änderte die Situation. Dort war nämlich Weinmarkt von
RLP-Winzern und wir mitten darin. Den Schorle haben wir heruntergehandelt,
aber wenig haben wir nicht getrunken. Leicht geschwächt ging es mit der Bahn
zum Platz. Der Hunger oder der Appetit trieb uns zu einem kalten Gelage(mit
Knoblauch).
So., 15.07.18, kein Kopfweh, der Pfalzwein war also gut ! Auf dem Wasser ging
es nach Radebeul. Radweg-km: 11 km, auf dem Fluss zog es sich und zog es
sich !
23 km ! Ein Wunder ? Nein . Merke: ein Fluss mäandert. Zurück mit Pkw, der
vorher abgestellt war, nach Dresden. Zum Abendessen gab es 5 Tüten (eine Tüte
recht für 1 – 2 Portionen). Jedoch guter Geschmack.
Radebeul ist übrigens die Stadt mit den meisten Millionären in Sachsen ! Gute
Lage, schöne Gegend – nahe an Dresden , Städtchen herausgeputzt – wen
wundert`s dann.
Mo., 16.07.18, 10 h, Abfahrt zum SG Meißen mit Pkw, dort fanden wir nach
längerer Suche die Zufahrt zum Kanuclub, wo bereits bekannte Kanuten
zelteten (Man trifft sich ja immer wieder bei Flussfahrten). Dann besichtigten
wir die Stadt Meißen, Dom und Burg und den Aldi, Günter spendierte
5 sächsische Trockenwürste aus einer kleinen Metzgerei, die sehr gut
schmeckten.
Di., 17.07.18, mit den Booten von Radebeul nach Meißen bei Gegenwind,
nachdem die Pkw verstellt worden waren. Für das Abendessen wurde unter
Schwierigkeiten – Eigentümer Uli – war noch unterwegs zum Pkw umstellen -
wurde der Gas-Wok-Pfanne-Topf-Brenner aufgebaut. Der dann aber seine
Vielseitigkeit zeigte: Gekochte Kartoffeln, dann gebraten mit Speck, Eiern,
Zwiebel und Knoblauch. Abends Gespräch mit dem Platzwart: Hinweis auf
Kabarettist Weber (eine Nacht im Russenpuff), ein Weltenbummler auf einem
Profirad gesellte sich kurz dazu, der über Gott und Deutschland schimpfte, dann
aber wieder abzog, als er hörte, dass es unterschiedlich Preise für DKVMitglieder
und Nichtmitglieder gab. Die 14 € pro Nacht waren ihm doch zu viel.
Er kam schimpfend nach einer halben Stunde wieder zurück und verlangte 5 € ,
die ihm zu wenig heraus gegeben worden waren. Es war ein Versehen, er bekam
sein Geld zurück und fuhr mit seinen Problemen weiter die Elbe entlang.
Zwei Nächte blieben wir in Meißen. Nachmittags erlitt eine junge Frau einen
Wespenstich im Mund, große Aufregung, DRK kam sofort, jedoch ohne größere
Folgen. Die junge Frau verblieb eine Nacht im Krankenhaus.
Mi., 18.07.18, dies war der „Tag der langen Arme“, wir fuhren mit den Booten
27 km nach Riesa, Gegenwind und Gegenwind !. Dort zelteten wir beim KC
Riesa. Der freundliche Fährmann ist dort auch gleich Ansprechpartner für den
KC und hat die Schlüssel.
Nach Erkundigungen gingen wir abends zum dortigen Griechen und aßen zwei
Doppelplatten mit zu viel Schweinefleisch , viel, aber nicht sehr gut – fanden wir
alle. Nach einigen Getränken an der Strandbar ins Zelt.
Do ., 19.07.18, Ruhetag, Fahrtenplanung, Wolfgang teilte uns mit, dass er
nächsten Dienstag arbeiten müsse und daher am Montag wieder zu Hause sein
muss. Großes Erstaunen bei den drei anderen, Wolfgang hatte es nur
irgendwann so nebenbei gesagt. Telefonieren, Aufatmen, es gab Verlängerung.
Ach ja, die Kommunikation. In Befehlen gibt es deswegen einen eigenen Punkt:
Kommunikation !
Und noch etwas schönes an diesem Tag:
Es erhob sich eine ernsthafte Diskussion, was mit 6 gekochten Eiern geschehen
sollte. Soll man sie auf den Tisch oder in die Plastikschale legen. Zwei der
Brüder beharrten auf ihren Überzeugungen ! Bevor es sich jedoch ausweitete
konnte ein Kompromiss gefunden werden: 3 Eier in die Ritze auf dem Tisch, 3
Eier in die Plastikschale ! Die Anregung am nächsten Morgen, um Überprüfung
der unterschiedlichen Eidotter erwies sich als überflüssig ! Wieder gute Laune !
Fr., 20.07.18, mit den Booten nach Mühlberg. Vor Mühlberg suchten wir die
Einfahrt in einem falschen Nebenarm – zu früh. Günther bemerkte dies, wir
fuhren noch ein paar KM bis zu richtigen Hafeneinfahrt zum dortigen
Ruderclub. Gepflegter Club, bereits in Brandenburg.
Mühlberg – auch eine Raststelle/Campingplatz für Wasserwanderer, hübsches
Städtchen, Schlacht bei Mühlberg, 1537, Karl V gegen Protestanten, der Kaiser
gewinnt – hat jedoch auf Dauer nichts genützt !
Wir packten alles zusammen und fuhren mit den Pkw zur Lutherstadt Wittenberg.
Dort kamen wir beim kombinierten Segler-Kanu-Motorboot-Club unter.
Abends gingen wir in die Innenstadt. Nach Herumsuchen und Empfehlung
besuchten wir das „Kartoffelhaus“, Spezialität: Kartoffeln. Bratkartoffeln mit
allen möglichen Zutaten und Schwarzbier. Es waren große Portionen, die gut
schmeckten.
Sa., 21.07.18, Besuch der Lutherstadt Wittenberg. Ab 11 h:
Wir schlenderten durch die historische, gewienerte Innenstadt ( 1517 Anschlag
der Thesen vom Martin L.). Außerhalb der Innenstadt war es ein wenig
rustikaler. Über den Bunkerberg (ein zugeschütteter Bunker) zu den
Sehenswürdigkeiten. Wir haben alles gesehen, von innen und von außen:
„Ein feste Burg ist unser Gott, ein feste Wehr und Waffen“. So steht es auf dem
Turm der Schloßkirche.
Neben den protestantischen Sehenswürdigkeiten entdeckten wir auch – etwas
daneben - die „Schloßmühle“ zum Durstlöschen. Dies war eine richtige Kneipe
für Einheimische und Berufstrinker. Kellner ein Ire mit roten Haaren, zwei
Frauen und drei Kinder.
Auf dem Platz eine riesige Schüssel Nudeln, rationierten, aufgeteilten Wein
zwengs wegen der Gerechtigkeit des Durstes !
So., 22.07.18, langes Sonntagsfrühstück, es regnete ein wenig warmen Regen,
Kanutour nach Coswig, etwas Gegenwind. Eine einsame Gegend, man hatte das
Gefühl: Hier bleibt die Zeit stehen !
Ausstieg beim KC Coswig – gute DRK-Station. Zwei Männer versuchten durch
die Elbe zu gehen. Das Wasser reichte nur bis zur Brust, sie mussten wegen der
Strömung abbrechen.
Abends gab es Wein und Linsensuppe(mit Worscht).
Mo., 23.07.18, Ruhetag, Freigang für jeden.
Ein jeder schaute sich die Stadt nach seinem Interesse an. Um 15 h trafen wir
uns in der „Schloßmühle“ bei ein wenig Hausmannskost. Abends Tomaten mit
Mozarella und Lachsbrot (Ersatz natürlich !) Wir hatten davon alle schon
geschwärmt und uns rechtzeitig eingedeckt. Auch probierten wir Wein von der
Elbe – einen nicht billigen – nach unserer Meinung: die Winzer müssen noch ein
wenig üben. Oder das Klima ist zu rau.
Di., 24.07.18, 09.45 h, Abfahrt i.R. Heimat. Uli`s Pkw: kein Mucks , viel Licht
Batterie leer. Kabel angeklemmt, Pkw sprang an, los ging` bis in der Ort zur
Umleitung wegen einer Baustelle. Es ging ca. 1 h über die Dörfer bis zur BAB.
Kleine Dörfer mit kleinen Häusern in einer trockenen Landschaft. Endlich BAB.
In Würzburg zum KC am Main, das Navi führte uns sicher dahin, wenn wir
auch 100 m zu früh abbogen.
Anmeldung beim KC Wirt – einem fränkischen Original – und Bestellung des
Essens. Wir aßen, was er empfohlen hatte: Hausgemachte und hausgeklopfte
Kotelett (von seiner Frau geklopft und paniert) und Salat mit Bier und
Frankenwein. Alles preiswert und gut. Zum Nachtisch gab es eine Platte mit
guter fränkischer Hausmacher !
Falls jemand in die Gegend kommt !
Mi., 25.07.18, ab 10 h, Rückfahrt, nicht auf die BAB, sondern durch den
Odenwald und das Ittertal, schöne Landschaft. Imbiss an der Itter.
Alle gut und gesund nach Hause gekommen.
121 km gepaddelt. Gutes Wetter gab es von Petrus – fast zu gut !
Eine schöne entspannte Fahrt, jedoch nicht ganz so für die beiden Fahrer, die
doch viel mit den Pkw`s unterwegs waren, obwohl ja ursprünglich eine
Wanderfahrt geplant war. Tja, manches ändert sich eben ! Danke an die Fahrer
und an Günther für die Planung. Die Unterkünfte und auch der Empfang bei
den Club`s waren durchweg freundlich.
Es ist zu erkennen, dass bei den Club`s an der Elbe sich die Erkenntnis
durchgesetzt hat, dass man neben der Kanuten auch die Radler aufnehmen
kann. Es gibt dort mehr Radler als Kanuten. Manche Club`s haben dafür
unterschiedliche Preise .
Herbert Rapek
20.08.18
24 km Wehlen – Dresden
23 km Dresden – Radebeul
14 km Radebeul-Meißen
27 km Meißen – Riesa
20 km Riesa – Mühlberg
23 km Wittenberg - Coswig